Willkommen

auf meinen speziellen Seiten

mit einem Abriß der interessanten Diskussion um die



Papstbriefe vom 3.6. und 18.9.1999

sowie um


pränatales Leben und Abtreibung,

um Schwangerschaftsberatung und Donum vitae,

um Gentechnik und Genom,

um Stammzellen und Stammzellenforschung,

um Schwangerschaftsabbruch und Abtreibung,

um Sterbehilfe und darum

ab wann und bis wann ein Mensch ein Mensch ist und

wie es sich mit der «Menschenwürde» verhält.




Verfolgt man als unbedarfter Zuschauer die damals um und durch den "Papstbrief" entfachte Diskussion - dieses Thema ist im übrigen keineswegs neu und segelt derzeit vornehmlich unter dem Namen Stammzellen-Forschung - so könnte man meinen, die Deutschen hätten das Lesen verlernt. Diskussionen werden geführt, ohne daß man jemals den Ausgangspunkt, also das Original, den Papstbrief gelesen hat - man kennt ihn nur vom Hörensagen. Und "aufmerksam lesen" ?? . . .

Bekanntlich wird am Stammtisch Kirchturmpolitik betrieben. Ist ja auch gut so, wenn es um Lokalpolitik geht. Bei besagtem Papstbrief geht es vordergründig um die Frage einer Bescheinigung, mit der lediglich eine Beratung nachgewiesen wird - einer Bescheinigung, die vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben ist, wenn eine Abtreibung straffrei bleiben soll. Es geht also um Abtreibung, - es geht um das Töten, man kann auch sagen um "das Umbringen" eines werdenden Kindes. Und da man üblicherweise bei dem Wort "Töten eines Kindes" oder "ein Kind umbringen" ein schlechtes Gewissen bekommt wird sowohl "KIND" als auch "TÖTEN" bzw. "UMBRINGEN" kurzerhand umgetauft: Schwangerschafts-Abbruch, Fötus, abtreiben. Was aber an der Sache als solcher nichts ändert.

So ganz nebenbei: Schon im Preußischen Allgemeinen Landrecht aus dem Jahre 1794 (!) heißt es wörtlich: Bekanntlich ist hierzulande und heutzutage nicht erst ein geborenes Kind erbberechtigt. Da aber eine "Sache" nicht erben kann - weder Ihr Haus, noch Ihr Kühlschrank, auch nicht Ihre Katze oder Ihr Goldfisch sind erbberechtigt - also muß es sich logischerweise bereits um einen Menschen handeln, der - nach erfolgter Beratung - wohlgemerkt: straffrei (!!) - umgebracht werden soll. Ein zwar noch nicht geborener, aber dennoch vorhandener Mensch darf straffrei und ohne weitere Folgen, also ganz legal getötet werden. Der Täter oder die Täterin braucht lediglich den Nachweis, daß man eine Beratung hat über sich ergehen lassen. Bekanntlich hat Deutschland eine Verfassung, Grundgesetz genannt. Deren Artikel 1 - "Die Würde des Menschen ist unantastbar" - kann wohl kaum dahingehend ausgelegt werden, daß "Mensch sein" erst mit der Geburt beginnt. Es sei denn, daß eine Sache erbberechtigt ist.

Bleibt also dem Staat und der Juristerei nichts anderes übrig, als einen geradezu fürchterlichen Eiertanz aufzuführen, um die Konstruktion "Beratungsschein, der die straffreie Abtreibung ermöglicht", irgendwie auf die Reihe zu kriegen. Und die Frage, ob die Katholische Kirche Abtreibung toleriert, tolerieren kann oder nicht, und bei einem bedingten ja, wieweit? - diese Frage beantwortet sich aus katholischer Sicht eigentlich schon seit vielen Jahrhunderten von selbst.

Neu hinzugekommen ist die "Sterbehilfe". Neu hinzugekommen? Wohl kaum. Nur führt das moderne Leben dazu, daß die Menschen länger leben, die Gesellschaft "vergreist" und es mehr alte Menschen gibt - Rentner genannt - als in früheren Jahrhunderten. "Entsorgung der Alten" sagt man noch nicht - aber man ist gerade dabei, dieses "Problem" anzudenken. Das "Rentner-Problem" kommt, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Vielleicht deshalb das Mediengeschrei wegen des ersten in Deutschland medienwirksam inszinierten Falles von Sterbehilfe.

Doch zurück zum Papstbrief aus dem Jahre 1999.

Die Diskussion um den Papstbrief läuft ganz offensichtlich weitgehend nach dem Muster "Kirchturmspolitik" ab. Weil man in Deutschland aufgewachsen ist verengt man aus alter Gewohnheit das Blickfeld am besten nur auf Deutschland. Umdenken tut bekanntlich weh, erzeugt regelrechte Schmerzen. Für einen Württemberger, der vor 200 Jahren lebte, war Hohenzollern Ausland - und im 1866er Krieg marschierte Württemberg in Hohenzollern ein. Zu irgendeiner Schlacht kam es dabei Gott sei Dank nicht. So ganz nebenbei: Wie damals die Württemberger in eine Gemeinde in Hohenzollern einmarschierten und diese besetzten, hier der Originalbericht eines damaligen Zeitgenossen.

Genau nach dem Muster "Kirchturmspolitik" wurden z.B. auch die letzten Wahlen zum europäischen Parlament in den Medien kommentiert - alles bezog sich nur auf Deutschland (ganz nebenbei: bei den nächsten wird's kaum anders sein). So als ob ein deutsches und nicht ein europäisches Parlament gewählt worden wäre - obwohl, wie zu vermuten ist, das europäische Parlament die ganze Europäische Union repräsentieren soll.

Nach dieser neuerlichen Abschweifung wieder zurück zum Papstbrief. Dieser behandelt lediglich ein Detail des großen Themas Abtreibung - in der Katholischen Kirche übrigens ein Uralt-Thema, ein "Dauerbrenner", zu dem sie schon seit ihrem Bestehen eine Meinung vertreten hat - schon vor 2.000 Jahren musste man nur die von der Antike her bekannte Meinung übernehmen, wie in einem der unten aufgeführten Aufsätze nachgewiesen wird.

Nun versteht sich seit alters her die Katholische Kirche weder als eine deutsche, noch als eine europäische sondern als eine weltumfassende Glaubens-Gemeinschaft (Deutschland: ca. 27 Millionen Katholiken, weltweit mehr als 1 Milliarde - d.h. weniger als 3% der Katholiken leben in Deutschland). Mit dieser Denkweise haben die hiesigen Medien so ihre Schwierigkeiten, wie man leicht an ein paar Zeitungsaufsätzen anlässlich des  80.Geburtstages am 20.Mai 2000 von Papst Johannes Paul II. erkennen kann. Da sich die kath. Kirche als eine "globale" Glaubens-Gemeinschaft versteht dürfte es doch wohl selbstvertändlich sein, daß sie zu diesem - aus ihrer Sicht - Grundsatzthema einen Standpunkt vertritt, der für sie weltweit, also auf allen Kontinenten, haltbar ist und auch sein muß - heute und auch in Zukunft.

Die Debatte in Deutschland geht um die Schwangeren-Beratung und hier speziell um den sogenannten "Beratungsschein" - also den Nachweis, den eine schwangere Frau nach hiesiger, also bundesdeutscher Gesetzeslage benötigt, wenn sie straffrei eine Abtreibung durchführen lassen will. Für die Katholische Kirche muß das, was derzeit hier debattiert wird, da sie ja global denkt, trotz allem so etwas wie ein Neben-Kriegsschauplatz sein.

Daß die Diskussion dieses Themenkomplexes fast nur aus nationaler, also aus rein deutscher Sicht, geführt wird, spiegelt sich u.a. wider in den Veröffentlichungen der F.A.Z., der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie führt den Untertitel "Zeitung für Deutschland" und ist ein Blatt, das man beim besten Willen nicht als "Katholisches Sonntagsblatt" bezeichnen kann.

Und wenn Sie hier anklicken dann lesen Sie wie eine Abtreibung abläuft (Leserbrief in der F.A.Z. eines Arztes). Und daß es auch Menschen gibt, die sich mit dem Tod ungeborenen Lebens nicht abfinden wollen entnehmen Sie dieser Meldung.

Interesse an der Diskussion Papstbrief/Abtreibung?? Sie finden hier nicht nur die Briefe aus dem Vatikan (Rubrik 2), sondern auch diverse Zeitungsaufsätze (Rubrik 3), eine ziemliche Sammlung Leserbriefe zu den einzelnen Themen (Rubrik 4) sowie einige Zeitungsaufsätze zu irgendwie artverwandten Themen (Rubrik 5). Also: Suchen Sie sich das aus, was Sie gerade interessiert, ein Klick wird Sie dann dahinführen!


1.) Die Bemühungen zum Schutz des ungeborenen Lebens:
Der zeitliche Ablauf 2.) Die Schreiben aus dem Vatikan: Der Papstbrief vom 11.1.1998 im Wortlaut

Der Papstbrief vom 3.6.1999 im Wortlaut

Das Schreiben des Vatikans an die deutschen Bischöfe vom 18.9.1999 im Wortlaut.

Die Reden des Papstes (Auszug) vom 15., 18. und 19.11.99 bei der Verabschiedung der drei Gruppen deutscher Bischöfe anlässlich ihres "ad-lininum-Besuches" im Vatikan.


3.) Die Resonanz in Deutschland (ab Juni 1999): Hier finden Sie fast 40 Aufsätze zu disem Themenbereich
4.) Das ungeborene Leben - ein Dauerthema:
"Wir sind ratlos" - ein Aufsatz über Abtreibungen in Berlin (F.A.Z. 6.8.2007)

Ein Aufsatz von Robert Spaemann: "Mensch oder nicht? - Der »verbrauchte« Embryo" (F.A.Z. 28.8.2007)

Eine Entgegnung hierauf aus der Sicht der Stammzellforschung: "Ein Embryo ist kein Fötus und eine Zelle kein Mensch" (mit Leserbriefen - F.A.Z. 11.9.2007)

Ein Aufsatz über Gendiagnostik und deren Risiken: "Im Zweifel für den Embryo" (F.A.Z. 13.9.2008)

Ein Aufsatz von Prof. Dr. Spieker: "Recht auf Abtreibung" (F.A.Z. 6.3.2009)

"Immer weniger Abbrüche" - Eine F.A.Z.-Meldung vom 10.3.2009
5.) Die Stimme des Volkes:
Veröffentlichte Leserbriefe (meist aus der F.A.Z.)  


6.) Irgendwie verwandte Themen:
Die F.A.Z.-Sonderseite zum "Tag der 6 Milliarden" über das Bevölkerungswachstum dieser Erde (12.10.99)

Aufsätze zum Thema Euthanasie und dem Umgang der Gesellschaft mit Schwerstbehinderten und -kranken

Ein Aufsatz "Vom Glück der Menschenaffen" - Menschenrechte für Menschenaffen (F.A.Z. vom 18.10.1999)

Zwei Aufsätze über "Kopfverpflanzung" - (F.A.Z. vom 20.10.1999 und 2.5.2001)

"Schöne Gene" - Eine Auktion menschlicher Eizellen im Internet (F.A.Z. vom 26.10.99)

"Homosexuelle Ehen" - 2 Aufsätze (F.A.Z. vom 4.12.99)

Geburtenrückgang in Deutschland - Der Leitartikel "Der Bremsklotz" (F.A.Z. vom 10.12.2002)


Erstaunlich ist die Anzahl der Aufsätze und vor allem der Leserbriefe, zu der der Papstbrief in einer Zeitung wie der F.A.Z. geführt hat. In der lokalen Presse scheint das Ganze wohl weniger ein Thema zu sein.

Und noch eine Anmerkung zu den Titelmeldungen bezüglich der Focus-Umfrage in den 2 Lokalzeitungen: Hier fällt vor allem die ungenaue Art der Meldung auf: Wer wurde gefragt? Alle Frauen? Nur die katholischen oder auch die evangelischen? Praktizierende Christen oder alle die, die Kirchensteuer bezahlen? Oder alle Frauen, ob irgendwie gebunden oder nicht? Alle Altersgruppen, einschließlich den Uromas? Ungeklärt ist auch: ab wann ist man Frau im Sinne der Umfrage?

Wollen Sie mir, dem WebAutor Bernhard Wochner Ihre Meinung hierzu kundtun? Mit einer eMail an meine Adresse (bitte Ihre Adresse nicht vergessen!) bw@nikor.de können Sie dies gerne tun (meine Briefadresse finden Sie unten)!

Und wenn Sie jetzt Lust auf "leichtere Kost" haben, dieser Link führt Sie auf eine Seite mit Links zu schönen Fotoserien - vielleicht ganz erholsam!?




Internet Design:

NIKOR GmbH, Graphische Produkte
Graf-Gerold-Straße 30,  D-72160 Horb-Mühringen
Tel. 07483/ 1055,  Fax 07483/ 1058,
eMail: bw@nikor.de   -   www.nikor.de 2 Leitartikel in der F.A.Z. hierzu (19. und 30.6.99)

Einen Aufsatz von Prof.Dr. Ernst zum Papstbrief (F.A.Z. 22.6.99)

"Bruder Hasenfuß" - ein Feuilleton-Aufsatz von Chr.Geyer über das Thema "straffreie Abtreibung" (F.A.Z. 24.6.99)

Eine Expertise von Prof.Dr. Chr.Stark zum Papstbrief (F.A.Z. 25.6.99)

Zwei F.A.Z.-Redaktionsaufsätze zum Papstbrief

Ein Aufsatz über die Entwicklung des Abtreibungs-Strafrechtes vom Mittelalter bis heute (F.A.Z. 26.6.99)

Nur zum Nachdenken: Das Strafmaß für nackt herumlaufen und für Abtreibung

Zwei Aufsätze über die Schwangerschafts-Konfliktberatung (F.A.Z. 7.7.99)

Einen Aufsatz von Joachim Kardinal Meisner zum Thema Mifegyne, der Abtreibungspille (F.A.Z. 15.6.99)

Ein Redaktionsaufsatz über die Anzahl der Abtreibungen (F.A.Z. 6.7.99)

Die Titelmeldungen der F.A.Z. nach der Zulassung der Abtreibungspille Mifegyne (F.A.Z. 7.7.99) sowie Meldungen wegen der Einstellung des Vetriebes dieser Pille (17.10.2000).

Ein Aufsatz von 2 evangelischen Theologen zum Thema Papstbrief, Recht und Ethik (F.A.Z. 7.7.99)

Ein Aufsatz von Karl Graf Ballestrem als Entgegnung zu vorgenanntem Aufsatz der 2 evangelischen Theologen (F.A.Z. 4.8.99)

Einen Redaktionsaufsatz über geplante Spätabtreibungen in den Niederlanden (F.A.Z. 10.7.99)

Einen Feuilleton-Aufsatz von Chr.Geyer zum Papstbrief (F.A.Z. 24.6.99)

Ein Aufsatz über rechtliche Aspekte des "kath. Beratungsscheines" (F.A.Z. 28.7.99)

Die F.A.Z.-Feuilleton-Glosse "Lehmanns Mephisto" (F.A.Z. 10.8.99)

Zeitungsmeldung: Text vom Vatikan bestätigt (16.8.99)

Einen weiterer Feuilleton-Aufsatz von Chr.Geyer zum Papstbrief (30.8.99)

Ein SÜDWEST-PRESSE-Aufsatz über künstliche Befruchtung (30.8.99)

Ein Redaktions-Aufsatz von H.-J. Fischer "Der Papst hat nicht gezwinkert" (F.A.Z. 22.9.99).

Ein Aufsatz von Prof.M.Spieker "Bewährungsprobe der Laien" (23.9.99)

Zeitungsmeldungen vor und während der Bischofskonferenz in Fulda (21. bis 23.9.99), der "ad-limina-Besuche" der deutschen Bischöfe in Rom und der Würzburger Bischofskonferenz (22./23.11.99).

Am Tag nach dem Ende der Fuldaer Bischofskonferenz. Meldungen und Aufsätze in der F.A.Z. vom 25.9.99

Zwei Aufsätze über Menschenwürde (F.A.Z. 28.9.99 und 1.10.99)

Der F.A.Z.-Leitartikel von H.-J. Fischer "Der Schein und die Gewissheit" (2.10.99)

Ein recht philosophischer Aufsatz von R.Spaemann "Die schlechte Lehre vom guten Zweck" (F.A.Z. 23.10.99)

Ein Aufsatz von Pater B.Streithofen "Die Doppelmoral der Bischöfe" (F.A.Z. 12.11.99)

Ein Leitartikel über das Papsttum (F.A.Z. 19.11.99)

Ein Artikel von Daniel Deckers: Weitere Prüfungen (F.A.Z. 27.11.99)

Ein F.A.Z.-Leitartikel von Hefty: Die Katholiken in der deutschen Gesellschaft (F.A.Z. 30.11.99)

Ein Aufsatz von Otfried Höffe: "Jedem Bischof seine Post" als Entgegnung zu o.g. Aufsatz "Spaemann: Die schlechte Lehre..." (F.A.Z. 2.12.99)

Ein Artikel von Daniel Deckers: Unter dem Damoklesschwert kirchlichen Strafrechts (F.A.Z. 2.12.99)

Ein Redaktions-Artikel: Die "Pille danach" an den Schulen Frankreichs. (F.A.Z. vom 9.12.99)

Presseerklärung einer Bundestagsabgeordeneten und hierzu veröffentlichte Leserbriefe in Lokalzeitungen

Lokale Zeitungen vom 5.7.99: Zwei Titelmeldungen von einer Umfrage des Nachrichtenmagazines "Focus" sowie Leserbriefe hierzu