sowie um
Verfolgt man als unbedarfter Zuschauer die damals um und durch den "Papstbrief"
entfachte Diskussion - dieses Thema ist im übrigen keineswegs neu und segelt
derzeit vornehmlich unter dem Namen Stammzellen-Forschung - so könnte man
meinen, die Deutschen hätten das Lesen verlernt. Diskussionen werden geführt,
ohne daß man jemals den Ausgangspunkt, also das Original, den Papstbrief gelesen
hat - man kennt ihn nur vom Hörensagen. Und "aufmerksam
Bekanntlich wird am Stammtisch Kirchturmpolitik betrieben. Ist ja auch gut so, wenn es um Lokalpolitik geht. Bei besagtem Papstbrief geht es vordergründig um die Frage einer Bescheinigung, mit der lediglich eine Beratung nachgewiesen wird - einer Bescheinigung, die vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben ist, wenn eine Abtreibung straffrei bleiben soll. Es geht also um Abtreibung, - es geht um das Töten, man kann auch sagen um "das Umbringen" eines werdenden Kindes. Und da man üblicherweise bei dem Wort "Töten eines Kindes" oder "ein Kind umbringen" ein schlechtes Gewissen bekommt wird sowohl "KIND" als auch "TÖTEN" bzw. "UMBRINGEN" kurzerhand umgetauft: Schwangerschafts-Abbruch, Fötus, abtreiben. Was aber an der Sache als solcher nichts ändert.
So ganz nebenbei: Schon im Preußischen Allgemeinen Landrecht aus
dem Jahre 1794 (!) heißt es wörtlich:
Bekanntlich ist hierzulande und heutzutage nicht erst ein geborenes Kind
erbberechtigt. Da aber eine "Sache" nicht erben kann - weder Ihr Haus,
noch Ihr Kühlschrank, auch nicht Ihre Katze oder Ihr Goldfisch sind
erbberechtigt - also muß es sich logischerweise bereits um einen Menschen
handeln, der - nach erfolgter Beratung - wohlgemerkt:
Bleibt also dem Staat und der Juristerei nichts anderes übrig, als einen geradezu fürchterlichen Eiertanz aufzuführen, um die Konstruktion "Beratungsschein, der die straffreie Abtreibung ermöglicht", irgendwie auf die Reihe zu kriegen. Und die Frage, ob die Katholische Kirche Abtreibung toleriert, tolerieren kann oder nicht, und bei einem bedingten ja, wieweit? - diese Frage beantwortet sich aus katholischer Sicht eigentlich schon seit vielen Jahrhunderten von selbst.
Neu hinzugekommen ist die "Sterbehilfe". Neu hinzugekommen? Wohl kaum. Nur führt das moderne Leben dazu, daß die Menschen länger leben, die Gesellschaft "vergreist" und es mehr alte Menschen gibt - Rentner genannt - als in früheren Jahrhunderten. "Entsorgung der Alten" sagt man noch nicht - aber man ist gerade dabei, dieses "Problem" anzudenken. Das "Rentner-Problem" kommt, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Vielleicht deshalb das Mediengeschrei wegen des ersten in Deutschland medienwirksam inszinierten Falles von Sterbehilfe.
Doch zurück zum Papstbrief aus dem Jahre 1999.
Die Diskussion um den Papstbrief läuft ganz offensichtlich weitgehend nach dem Muster "Kirchturmspolitik" ab. Weil man in Deutschland aufgewachsen ist verengt man aus alter Gewohnheit das Blickfeld am besten nur auf Deutschland. Umdenken tut bekanntlich weh, erzeugt regelrechte Schmerzen. Für einen Württemberger, der vor 200 Jahren lebte, war Hohenzollern Ausland - und im 1866er Krieg marschierte Württemberg in Hohenzollern ein. Zu irgendeiner Schlacht kam es dabei Gott sei Dank nicht. So ganz nebenbei: Wie damals die Württemberger in eine Gemeinde in Hohenzollern einmarschierten und diese besetzten, hier der Originalbericht eines damaligen Zeitgenossen.
Genau nach dem Muster "Kirchturmspolitik" wurden z.B. auch die letzten Wahlen zum europäischen Parlament in den Medien kommentiert - alles bezog sich nur auf Deutschland (ganz nebenbei: bei den nächsten wird's kaum anders sein). So als ob ein deutsches und nicht ein europäisches Parlament gewählt worden wäre - obwohl, wie zu vermuten ist, das europäische Parlament die ganze Europäische Union repräsentieren soll.
Nach dieser neuerlichen Abschweifung wieder zurück zum Papstbrief. Dieser behandelt lediglich ein Detail des großen Themas Abtreibung - in der Katholischen Kirche übrigens ein Uralt-Thema, ein "Dauerbrenner", zu dem sie schon seit ihrem Bestehen eine Meinung vertreten hat - schon vor 2.000 Jahren musste man nur die von der Antike her bekannte Meinung übernehmen, wie in einem der unten aufgeführten Aufsätze nachgewiesen wird.
Nun versteht sich seit alters her die Katholische Kirche weder als eine deutsche, noch als eine europäische sondern als eine weltumfassende Glaubens-Gemeinschaft (Deutschland: ca. 27 Millionen Katholiken, weltweit mehr als 1 Milliarde - d.h. weniger als 3% der Katholiken leben in Deutschland). Mit dieser Denkweise haben die hiesigen Medien so ihre Schwierigkeiten, wie man leicht an ein paar Zeitungsaufsätzen anlässlich des 80.Geburtstages am 20.Mai 2000 von Papst Johannes Paul II. erkennen kann. Da sich die kath. Kirche als eine "globale" Glaubens-Gemeinschaft versteht dürfte es doch wohl selbstvertändlich sein, daß sie zu diesem - aus ihrer Sicht - Grundsatzthema einen Standpunkt vertritt, der für sie weltweit, also auf allen Kontinenten, haltbar ist und auch sein muß - heute und auch in Zukunft.
Die Debatte in Deutschland geht um die Schwangeren-Beratung und hier speziell um den sogenannten "Beratungsschein" - also den Nachweis, den eine schwangere Frau nach hiesiger, also bundesdeutscher Gesetzeslage benötigt, wenn sie straffrei eine Abtreibung durchführen lassen will. Für die Katholische Kirche muß das, was derzeit hier debattiert wird, da sie ja global denkt, trotz allem so etwas wie ein Neben-Kriegsschauplatz sein.
Daß die Diskussion dieses Themenkomplexes fast nur aus nationaler, also aus
rein deutscher Sicht, geführt wird, spiegelt sich u.a. wider in den
Veröffentlichungen der F.A.Z., der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie führt
den Untertitel
"Zeitung für Deutschland" und ist ein Blatt, das man beim besten Willen nicht
als "Katholisches Sonntagsblatt" bezeichnen kann.
Und wenn Sie hier
anklicken dann lesen Sie wie eine Abtreibung abläuft
(Leserbrief in der F.A.Z. eines Arztes). Und daß es auch Menschen
gibt, die sich mit dem Tod ungeborenen Lebens nicht abfinden wollen
entnehmen Sie
dieser Meldung.
Interesse an der Diskussion Papstbrief/Abtreibung?? Sie finden hier
nicht nur die Briefe aus dem Vatikan (Rubrik 2), sondern auch diverse
Zeitungsaufsätze (Rubrik 3), eine ziemliche Sammlung Leserbriefe zu den
einzelnen Themen (Rubrik 4) sowie einige Zeitungsaufsätze zu irgendwie
artverwandten Themen (Rubrik 5). Also: Suchen Sie sich das aus, was
Sie gerade interessiert, ein Klick wird Sie dann dahinführen!
Und noch eine Anmerkung zu den Titelmeldungen bezüglich der Focus-Umfrage
in den 2 Lokalzeitungen: Hier fällt vor allem die ungenaue Art
der Meldung auf: Wer wurde gefragt? Alle Frauen? Nur die katholischen oder
auch die evangelischen? Praktizierende Christen oder alle die, die
Kirchensteuer bezahlen? Oder alle Frauen, ob irgendwie gebunden
oder nicht? Alle Altersgruppen, einschließlich den Uromas?
Ungeklärt ist auch: ab wann ist man Frau im Sinne der Umfrage?
Wollen Sie mir, dem WebAutor Bernhard Wochner Ihre Meinung hierzu kundtun?
Mit einer eMail an meine Adresse (bitte Ihre Adresse nicht vergessen!)
bw@nikor.de
können Sie dies gerne tun (meine Briefadresse finden Sie unten)!
1.) Die Bemühungen zum Schutz des ungeborenen Lebens:
Der zeitliche Ablauf
2.) Die Schreiben aus dem Vatikan:
Der Papstbrief vom 11.1.1998 im Wortlaut
Der Papstbrief vom 3.6.1999 im Wortlaut
Das Schreiben des Vatikans an die deutschen Bischöfe
vom 18.9.1999 im Wortlaut.
Die Reden des Papstes (Auszug) vom 15., 18. und 19.11.99 bei der
Verabschiedung der drei Gruppen deutscher Bischöfe
anlässlich ihres
3.) Die Resonanz in Deutschland (ab Juni 1999):
Hier finden Sie fast 40 Aufsätze zu disem Themenbereich
4.) Das ungeborene Leben - ein Dauerthema:
"Wir sind ratlos" - ein Aufsatz über Abtreibungen in Berlin
(F.A.Z. 6.8.2007)
Ein Aufsatz von Robert Spaemann: "Mensch oder nicht? - Der »verbrauchte« Embryo" (F.A.Z. 28.8.2007)
Eine Entgegnung hierauf aus der Sicht der Stammzellforschung: "Ein Embryo ist kein
Fötus und eine Zelle kein Mensch" (mit Leserbriefen - F.A.Z. 11.9.2007)
Ein Aufsatz über Gendiagnostik und deren Risiken: "Im Zweifel für den Embryo"
(F.A.Z. 13.9.2008)
Ein Aufsatz von Prof. Dr. Spieker: "Recht auf Abtreibung" (F.A.Z. 6.3.2009)
"Immer weniger Abbrüche" - Eine
5.) Die Stimme des Volkes:
Veröffentlichte Leserbriefe (meist aus der F.A.Z.)
6.) Irgendwie verwandte Themen:
Die F.A.Z.-Sonderseite zum "Tag der 6 Milliarden" über das Bevölkerungswachstum
dieser Erde (12.10.99)
Aufsätze zum Thema Euthanasie und dem Umgang der Gesellschaft mit Schwerstbehinderten
und -kranken
Ein Aufsatz "Vom Glück der Menschenaffen" - Menschenrechte für Menschenaffen
(F.A.Z. vom 18.10.1999)
Zwei Aufsätze über "Kopfverpflanzung" -
(F.A.Z. vom 20.10.1999 und 2.5.2001)
"Schöne Gene" - Eine Auktion menschlicher Eizellen im Internet
(F.A.Z. vom 26.10.99)
"Homosexuelle Ehen" - 2 Aufsätze (F.A.Z. vom 4.12.99)
Geburtenrückgang in Deutschland - Der Leitartikel "Der Bremsklotz"
(F.A.Z. vom 10.12.2002)
Erstaunlich ist die Anzahl der Aufsätze und vor allem der Leserbriefe,
zu der der Papstbrief in einer Zeitung wie der F.A.Z. geführt hat. In
der lokalen Presse scheint das Ganze wohl weniger ein Thema zu sein.
Und wenn Sie jetzt Lust auf "leichtere Kost" haben,
dieser Link führt Sie auf eine
Seite mit Links zu schönen Fotoserien - vielleicht ganz erholsam!?
Internet Design:
NIKOR GmbH, Graphische Produkte
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Tel. 07483/ 1055, Fax 07483/ 1058,
eMail: bw@nikor.de
Einen Aufsatz von Prof.Dr. Ernst zum Papstbrief (F.A.Z. 22.6.99)
"Bruder Hasenfuß" - ein Feuilleton-Aufsatz von Chr.Geyer über das Thema "straffreie
Abtreibung" (F.A.Z. 24.6.99)
Eine Expertise von Prof.Dr. Chr.Stark zum Papstbrief (F.A.Z. 25.6.99)
Zwei F.A.Z.-Redaktionsaufsätze zum Papstbrief
Ein Aufsatz über die Entwicklung des Abtreibungs-Strafrechtes
vom Mittelalter bis heute (F.A.Z. 26.6.99)
Nur zum Nachdenken: Das Strafmaß für nackt herumlaufen und
für Abtreibung
Zwei Aufsätze über die Schwangerschafts-Konfliktberatung
(F.A.Z. 7.7.99)
Einen Aufsatz von Joachim Kardinal Meisner
zum Thema Mifegyne, der Abtreibungspille (F.A.Z. 15.6.99)
Ein Redaktionsaufsatz über die Anzahl der Abtreibungen (F.A.Z. 6.7.99)
Die Titelmeldungen der F.A.Z. nach der Zulassung der
Abtreibungspille Mifegyne (F.A.Z. 7.7.99) sowie Meldungen
wegen der Einstellung des Vetriebes dieser Pille (17.10.2000).
Ein Aufsatz von 2 evangelischen Theologen zum Thema Papstbrief,
Recht und Ethik (F.A.Z. 7.7.99)
Ein Aufsatz von Karl Graf Ballestrem als Entgegnung zu vorgenanntem
Aufsatz der 2 evangelischen Theologen (F.A.Z. 4.8.99)
Einen Redaktionsaufsatz über geplante Spätabtreibungen
in den Niederlanden (F.A.Z. 10.7.99)
Einen Feuilleton-Aufsatz von Chr.Geyer zum Papstbrief (F.A.Z. 24.6.99)
Ein Aufsatz über rechtliche Aspekte des "kath. Beratungsscheines"
(F.A.Z. 28.7.99)
Die F.A.Z.-Feuilleton-Glosse "Lehmanns Mephisto" (F.A.Z. 10.8.99)
Zeitungsmeldung: Text vom Vatikan bestätigt (16.8.99)
Einen weiterer Feuilleton-Aufsatz von Chr.Geyer zum Papstbrief (30.8.99)
Ein SÜDWEST-PRESSE-Aufsatz über künstliche Befruchtung (30.8.99)
Ein Redaktions-Aufsatz von
Ein Aufsatz von Prof.M.Spieker "Bewährungsprobe der Laien" (23.9.99)
Zeitungsmeldungen vor und während der Bischofskonferenz in Fulda
(21. bis 23.9.99), der
Am Tag nach dem Ende der Fuldaer Bischofskonferenz. Meldungen und Aufsätze
in der F.A.Z. vom 25.9.99
Zwei Aufsätze über Menschenwürde (F.A.Z. 28.9.99 und 1.10.99)
Der F.A.Z.-Leitartikel von
Ein recht philosophischer Aufsatz von R.Spaemann "Die schlechte Lehre vom guten Zweck"
(F.A.Z. 23.10.99)
Ein Aufsatz von Pater B.Streithofen "Die Doppelmoral der Bischöfe"
(F.A.Z. 12.11.99)
Ein Leitartikel über das Papsttum (F.A.Z. 19.11.99)
Ein Artikel von Daniel Deckers: Weitere Prüfungen (F.A.Z. 27.11.99)
Ein F.A.Z.-Leitartikel von Hefty: Die Katholiken in der deutschen Gesellschaft
(F.A.Z. 30.11.99)
Ein Aufsatz von Otfried Höffe: "Jedem Bischof seine Post" als Entgegnung zu o.g.
Aufsatz "Spaemann: Die schlechte Lehre..." (F.A.Z. 2.12.99)
Ein Artikel von Daniel Deckers: Unter dem Damoklesschwert kirchlichen Strafrechts
(F.A.Z. 2.12.99)
Ein Redaktions-Artikel: Die "Pille danach" an den Schulen Frankreichs.
(F.A.Z. vom 9.12.99)
Presseerklärung einer Bundestagsabgeordeneten und hierzu veröffentlichte
Leserbriefe in Lokalzeitungen
Lokale Zeitungen vom 5.7.99: Zwei Titelmeldungen von einer Umfrage des
Nachrichtenmagazines "Focus" sowie Leserbriefe hierzu